Was macht eine gute Führung aus? Ist es eine Frage der genetischen Veranlagung oder der guten „Kinderstube“? Ist Führung in einem Workshop erlernbar? Und kann man sich gegen Führungsfehlern versichern?
Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Die Itzehoer Akademie führt seit Jahren Workshops und individuelle Coachings für Führungskräfte durch. Aus unserer Erfahrung (die Studienbefunde bestätigen dies) ist eine gute Führung ein Mix aus guter Erziehung (wenn die Führungskräfte einfache Dinge zuversichtlich umsetzen wie z.B. ein freundliches „Guten Morgen“ an ALLE und nicht nur an die „Lieblinge“) und aus gelernten Skills gepaart mit psychologischen Wissen. Die gute Nachricht: Alle Führungskompetenzen sind erlernbar. Ganz am Anfang stehen insbesondere eine wertschätzende Haltung anderen gegenüber und gelebte Werte wie u.a. Vertrauen. Diese beiden – sowohl Haltung als auch Vertrauen – sind das Fundament einer guten Führung. In einer Konfliktsituation entscheiden diese, was wir tun. Wenn uns etwa zwischenmenschliche Beziehungen und Wertschätzung wichtig sind, so werden wir als Führungskraft keine Mitarbeitenden niedermachen, nur weil sie einen Fehler gemacht haben. Wie und wann allerdings ein gutes kritisches Feedbackgespräch geführt wird, damit es akzeptiert wird, ist erlernbar. Denn trotz gutem Willens und richtiger Haltung kann in einem solchen Gespräch einiges schiefgehen. Was auch beim Führen hilft, ist psychologisches Wissen, wie ich und andere Menschen „ticken“. Viele Führungskräfte projizieren eigene Denkmuster auf eigene Mitarbeitende. Sie nehmen an, dass andere sich die gleichen Dinge wünschen wie sie selbst. Das trifft leider nicht immer zu. Wenn eine Führungskraft gerne eine schnelle Erklärung bekommen möchte (weil „Zeit ist Geld“), so sollte sie nicht zwangsläufig einem Mitarbeitenden etwas schnell erläutern. Dieser erhofft sich möglicherweise eher mehr Aufmerksamkeit und (eben) Zeit und wünscht sich sogar eine Nachfrage von der Führungskraft, „wie es sonst so alles läuft“ mit einem anerkennenden Wort, das er etwas prima gelöst hat. Die Vermittlung vom psychologischen Wissen ist der Hauptinhalt unserer Führungskräfte-Workshops. Dabei wird den Führungskräften hin und wieder bewusst, wie sie sich im Berufsalltag manchmal unangemessen verhalten und was sie verändern können, um ihr eigenes Team erfolgreicher zu führen. Unser Teilnehmenden geben uns stets tolle Feedbacks, dass sie „ein wertvolles Wissen” mitnehmen, um “Teams zu motivieren”, “Feedbacks/ Konfliktgespräche konstruktiv zu führen“ und “besser auf sich selbst zu achten“. Letzteres ist eine großartige Erkenntnis. Wenn Führungskräfte selbst gestresst sind und eigene Bedürfnisse missachten (kein Feierabend, kaum Pausen oder Bewegung im Alltag), dann schwappt der Stress über. Eine hektische Atmosphäre ist weder motivierend noch förderlich für eine erfolgreiche Arbeit. Workshops helfen, Themen zu reflektieren und sich neu auszurichten. Doch was ist, wenn Führungskräfte Fehler machen? Da hilft ein gutes Gespräch und/ oder eine Entschuldigung. Führungskräfte sind auch Menschen. Wichtig ist, dass sie selbst mit sich pfleglich umgehen und sich immer wieder weiterentwickeln.
Das wünsche ich allen Führungskräften und auch Geführten vom Herzen.
Bleiben Sie dabei gesund, neugierig und bleiben Sie uns mit Ihrem Interesse an neuen Themen und Perspektiven stets erhalten.
Ludwika